Digital Gender Gap: Digitalisierung in der Arbeitswelt aus Geschlechtersicht

Digital Gender Gap: Gibt es in der Schweiz einen digitalen Graben? Was bedeutet Digitalisierung für Frauen und Männer? Wie der Bericht des Bundesrates „Digitale Wirtschaft“ aufzeigt, betrifft die Digitalisierung der Wirtschaft Branchen und Berufe, aber auch die Qualifikationsniveaus sehr unterschiedlich.

Dies dürfte umso stärker zutreffen, wenn auch das Geschlecht berücksichtigt wird. Einerseits sind Frauen und Männer im Arbeitsmarkt ungleich vertreten. Andererseits übernehmen Frauen häufiger Betreuungspflichten in der Familie  und können so z.B. bei Weiterbildung und Umschulungen weniger Ressourcen investieren.

Die WEF-Studie „The Industry Gender Gap“ kam zum Schluss, dass weltweit für Frauen die Jobverluste (gegenüber den Zugewinnen) stärker sind als bei Männern.

Meine Interpellation im Berner Kantonsparlament soll Klarheit schaffen: „Digital Gender Gap: Was sind Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in der Arbeitswelt aus Geschlechterperspektive?“. Der Regierungsrat wird gebeten folgende Fragen zu beantworten: 

  • Was sind die Beschäftigungsauswirkungen der Digitalisierung auf Frauen und Männer (je nach Branchen, Beruf, Aus- und Weiterbildungsniveau, Alter, etc.) im Kanton Bern?
  • Gemäss dem Bericht „Digitale Schweiz“ ist ein „hohes Beschäftigungswachstum“ in folgenden Bereichen zu erwarten: Datenanalyse, Softwareentwicklung, Datensicherung, E-Commerce und Designbranche (S. 41). Hingegen gelten Tätigkeiten in der verarbeitenden Industrie, in der Landwirtschaft, in Transport- und Logistik, dem Verkauf und bei administrativen Büroarbeiten als „ersetzbar“ (S. 40/41) und damit gefährdet.
  • Wie sind die Beschäftigungsaussichten aus Geschlechterperspektive in diesen Bereichen einzuschätzen? In welchen Branchen und Berufsfeldern entstehen neue Job für Frauen und Männer, bzw. in welchen ist mit Veränderungen, bzw. Verlusten zu rechnen?
  • Mit welchen Massnahmen unterstützen der Kanton und die Bildungsinstitutionen die Weiterbildung und Umschulung von Personen, die von Stellenverlusten aufgrund der Digitalisierung besonders betroffen sind?
  • Ist der Regierungsrat bereit zusammen mit Forschungsinstitutionen wie z.B. den Fachhochschulen Forschungsprojekte zu initiieren, welche den Zusammenhang von Arbeitsmarkt und Geschlecht und Fragen der Vereinbarkeit von Beruf Familie im Zusammenhang der Digitalisierung genauer untersuchen?
  • Wie können Mitarbeitende ihre rechtlichen Ansprüche, insb. das Gleichstellungsgesetz bei neuen Arbeitsformen durchsetzen, z.B. bei Arbeit auf Plattformen; Crowdworking, Clickworking?

[1] Bericht über die zentralen Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft, Bericht des Bundesrates vom 11. Januar 2017. 

[2] World Economic Forum: The Industry Gender Gap. Women and Work inthe Fourth Industrial Revolution, January 2016.   

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