Klimafolgenabschätzung Kanton Bern: Massnahmenplan und Anpassungsstrategie

Das Klimaschutzabkommen Paris 2015 verlangt, dass der globale Anstieg der Temperaturen auf deutlich weniger als 2 Grad Celsius begrenzt wird um die Auswirkungen des Klimawandels zu beschränken. Dies bedingt eine konsequente und drastische Absenkung der Treibhausgasemissionen in allen Tätigkeiten und Prozessen von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Akademien der Wissenschaften Schweiz fordern in einem Report „Brennpunkt Klima Schweiz. Grundlagen, Folgen und Perspektiven“[1] (2016), dass es dazu „umgehend zielführende Lösungen in den Bereichen Minderung und Anpassung“ braucht. Die Schweiz und insbesondre der Kanton Bern reagieren sehr empfindlich auf den Klimawandel. Die Erwärmung im Alpenraum ist doppelt so stark als im globalen Mittel. Der Natur- und Kulturraum der Alpen und damit auch der Kanton Bern sind sehr direkt von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Spürbar sind zum Beispiel die Hitzeextreme (u.a. führte der Hitzejahre 2003 zu 1000 Hitzetoten in der Schweiz). ForscherInnen gehen von häufigeren Hitzewellen aus. Die Folgen davon sind (gemäss Erich Fischer, ETH / Rolf Weingartner, Oeschgerzentrum, Universität Bern):

  • Gesundheitsauswirkungen (Hitze und Luftverschmutzung)
  • Schmelzender Permafrost (Sturzprozesse, Destabilisierung)
  • Infrastrukturen (Bahngeleise, Strassenbeläge)
  • Erhöhte Waldbrandgefahr
  • Reduzierte Arbeitsproduktivität
  • Engpässe kleinerer Wasserversorgungen, regionales Wassermanagement
  • Auswirkungen auf Stromnachfrage (u.a. Kühlung)
  • Auswirkungen auf Landwirtschaft (positiv und negativ).

Daher braucht es im Kanton Bern – neben einem Plan mit Massnahmen zur Verhinderung von CO2-Ausstoss – auch wirksame Anpassungsstrategien u.a. bei der Gesundheitsvorsorge, Hitzewarnsysteme, Raumplanung, Transport-, Wasser- und Stromversorgung. Dies fordert eine Motion der Grünen (Martin Boss / Natalie Imboden) im Berner Kantonsparlament.

Der Regierungsrat wird beauftragt,

  • Eine kantonale Anpassungsstrategie zum Klimawandel aufgrund des Klimaabkommens von Paris zu erarbeiten – unter Einbezug von Fachleuten aus Forschung und Wissenschaft. Für die Erarbeitung kann auf Arbeiten von 2006 und 2010 zurückgegriffen werden.[1]
  • Die Anpassungsstrategie umfasst Massnahmen zum Schutz von Bevölkerung und Natur, u.a. in den Bereichen Gesundheitsvorsorge, Gebäude- und Raumplanung, Infrastrukturen, Landwirtschaft, Tourismus, Transport-, Wasser- und Stromversorgung.
  • Einen Berner Massnahmenplan Klima aufgrund der Klimaziele von Paris über alle Politikfelder für die Minderung der Treibhausgasemissionen im Kanton Bern zu erstellen.Es sind die finanziellen, gesetzgeberischen und organisatorischen Aufwendungen für die Umsetzung der Klimaziele bezüglich Anpassung und Minderung für den Kanton Bern aufzuzeigen.

[1] «Herausforderung Klimawandel» (2006); .Adaptationsstrategie Klimawandel im Kanton Bern, Grundlagenbericht (2010) inkl. Empfehlungen für den Kanton Bern im Querschnittsbereich Adaption. 

[1]https://naturwissenschaften.ch/organisations/proclim/activities/brennpunkt/downloads/81637-brennpunkt-klima-schweiz

 

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